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Nach zwei Jahren Kryptostress: warum ich mir bewusst etwas Langweiliges danebengestellt habe

Ich arbeite von zu Hause und habe eine Zeit lang versucht, das Einkommen mit Krypto aufzubessern. Das ging phasenweise gut und hat mich am Ende trotzdem mehr gekostet als gebracht, wenn man ehrlich rechnet und den Nervenanteil mitzählt.

Das eigentliche Problem war nicht die Kursentwicklung. Es war, dass ich nicht mehr aufhören konnte hinzuschauen. Wer den ganzen Tag ohnehin am Rechner sitzt, hat das Chart in einem zweiten Tab immer offen. Ich habe abends noch nachgeschaut, morgens vor dem Kaffee, und zwischendurch, wenn eine Aufgabe langweilig war. Das hat meine Konzentration bei der eigentlichen Arbeit spürbar verschlechtert.

Dazu kam eine Sache, die ich vorher unterschätzt hatte: Wer von zu Hause arbeitet, hat keine natürliche Trennung. Es gibt keinen Feierabend, an dem man den Arbeitsplatz verlässt. Wenn dann noch etwas dazukommt, das ständige Aufmerksamkeit einfordert, wird der ganze Tag unruhig.

Ich habe deswegen umgestellt, aber nicht komplett aufgehört. Ein Teil liegt weiterhin dort, deutlich kleiner als früher. Der größere Teil geht inzwischen in Dividendenwerte, und zwar aus einem einzigen Grund: Dort gibt es nichts zu tun. Genau das war das Ziel.

Anfangs empfand ich das als unangenehm. Wenn man sich an tägliche Bewegung gewöhnt hat, fühlt sich ein Depot, in dem monatelang scheinbar nichts passiert, nach Stillstand an. Es hat gut ein halbes Jahr gedauert, bis ich das als Vorteil und nicht als Langeweile wahrgenommen habe.

Gelernt habe ich die Auswahl mit der Dividenden Strategie Masterclass von Andreas Hollmotz, im Netz als Dividenden Backpacker unterwegs. Vorher hatte ich von Aktienbewertung schlicht keine Ahnung und wäre nach denselben Mustern vorgegangen wie bei Coins, also nach Aufmerksamkeit und Momentum. Das funktioniert hier nicht.

Der Kurs besteht aus elf Modulen mit über 65 Lektionen, insgesamt mehr als elf Stunden Material, und behandelt Auswahl, Bewertung sowie Kauf- und Verkaufszeitpunkte. Dazu gibt es Zugang zum Newsroom, in dem später weiteres Material bereitgestellt wird. Eine einmalige Zahlung, danach keine monatliche Belastung. Der Anbieter gibt die Teilnehmerzahl mit mehr als 700 an.

Was mir aus der Heimarbeitsperspektive am meisten gebracht hat, ist eine Kleinigkeit aus dem Kurs, die ich so nicht erwartet hätte: die Empfehlung, feste Zeitpunkte für Entscheidungen festzulegen statt laufend zu reagieren. Ich habe das übernommen und schaue nur noch an einem Tag im Monat ins Depot. Der Effekt auf meinen Arbeitstag war größer als der auf mein Depot.

Zur Ehrlichkeit: Auch hier kann man Geld verlieren. Kurse fallen, teilweise über lange Zeiträume. Eine Dividende ist keine Zusage, sondern wird jährlich neu beschlossen und kann gekürzt oder gestrichen werden. Was hier anders ist als bei Coins, ist nicht das Fehlen von Risiko, sondern die Geschwindigkeit, mit der sich Dinge entwickeln. Und wer schnelle Gewinne sucht, wird enttäuscht.

Kennzeichnung: Der Link unten ist ein Partnerlink, bei einem Kauf bekomme ich eine Provision. Wer die Aufstellung nachlesen möchte, bekommt sie beim Anbieter komplett aufgeschlüsselt. Ohne meinen Link ist der Kurs über den Namen genauso zu finden.

Was ich anderen aus dem Homeoffice mitgeben würde: Prüft nicht nur, wie viel eine Nebeneinnahme bringt, sondern auch, wie viel Aufmerksamkeit sie im Alltag frisst. Bei mir war das der entscheidende Faktor, und ich habe ihn zwei Jahre lang komplett ignoriert.

Praktisch hilfreich war außerdem, die Apps vom Handy zu löschen. Solange die Kursanzeige einen Fingertipp entfernt war, habe ich sie benutzt, egal welche Vorsätze ich hatte. Am Rechner mit Login ist die Hürde hoch genug.

Was ich zusätzlich verändert habe: Ich habe klare Zeiten definiert, in denen ich überhaupt an Geld denke. Ein Termin am Monatsanfang, sonst nicht. Wer im Homeoffice arbeitet, hat keine räumliche Trennung, deshalb muss die Trennung über die Zeit laufen, sonst sickert das Thema in jeden Arbeitstag.

Wie ist das bei euch, die ihr von zu Hause arbeitet? Habt ihr Nebeneinnahmen, die euch tagsüber ablenken? Und habt ihr eine Regel gefunden, die das im Griff hält?